Der naturheilkundliche Aderlass

Der Aderlass ist eines der ältesten Heilverfahren, deren Geschichte wenigstens über 2000 Jahre zurückreicht. Die Behandlung von Patienten durch Aderlass ist eine blutentziehende Behandlungsmethode mit der Anregung der körpereigenen Lebenskraft, ein klassisches Reizverfahren. Sie ist präventiv - medizinisch und kann durch ein Blutbild zu Beginn und Ende der Kur kontrollierend begleitet werden.


Anwendungsgebiete:


•       Bluthochdruck (Schlaganfall)
•       Arteriosklerose  / Verengte Blutgefäße
•       Thrombosen oder Embolien
•       Diabetes mellitus
•       Stoffwechselerkrankungen wie Rheuma, Gicht, Hyperlipidämie
•       Frauen in der Menopause (Bluthochdruck, Hitzewallungen, Schweißausbrüche...) und danach (Verlust des regelmäßigen Ausscheidens durch die Menses)
•       Thrombose oder Thrombosegefahr
•       Anzeichen für Lungenödeme
•       Drohende Harnvergiftung (Nierenversagen mit Rückstau harnpflichtiger Element ins Blut)
•       Schwangerschaftskrämpfe
•       Polyzythämie (zu viele rote Blutkörperchen)
•       Eisenspeicherkrankheit.
•       Herzinfarktgefahr bei Übergewicht und Bluthochdruck


Ein Aderlass wird auch angewendet, wenn sich der Patient lustlos und schlapp fühlt, er sich ungesund ernährt, wenig Bewegung und viel Stress hat, über Kopfweh und "Blei in den Beinen" klagt: All das sind Anzeichen dafür, dass der Körper nur ungenügend mit Sauerstoff versorgt wird, dass das Blut "zu dick" ist und Thrombosegefahr besteht. 

Auswirkungen:

•       bewirkt eine Verringerung und Reinigung des Blutes         
•       Verdünnungseffekt in der Endstrombahn durch Flüssigkeitsersatz aus den Zwischenzellularraum, Ausschwemmen von gespeicherten Schadstoffen
•       Verbesserung der Mikrozirkulation
•       Aktivierung des Immunsystems durch Stimulation der blutbildenden Organe(beim Erwachsenen das Rückenmark und das Mark der kleinen, flachen Knochen wie Rippen, Brust- und             Hüftbein)
•       Bessere Gesamtdurchblutung
•       Blutdrucksenkung
•       kühlend und vagotonisierend (den Gefäß- und Gewebedruck senkend)


Umsetzung:

Meist handelt es sich um eine in der Ellenbeuge entnommene Blutmenge (zwischen 50 und 500 ml) und richtet sich nach Alter, Geschlecht und Konstitution des Menschen. In der Regel wären 2 Mal im Jahr bei reiner Prävention ohne schwere Indikationen ausreichend. Bei gezieltem Einsatz reichen für eine Initialbehandlung 3-4 maliges Abnehmen im Abstand von 4 Wochen (nach Mondkalender).

Arten des Aderlasses:

•     natürlicher, reaktiver Aderlass: spontane Blutungen wie Nasenbluten bei Bluthochdruck, Zahnfleischbluten oder übermäßige Regelblutungen
•     Die Blutspende: entnommen werden ca. 400 ml Blut
•     Der schulmedizinische Aderlass: wird in Ausnahmen durchgeführt, wenn der Hämatokritwert (Wert für Blutdicke) zu hoch ist; es werden ½ bis 1l Blut entnommen;
•     Der naturheilkundliche Aderlass: wird zur Entgiftung durchgeführt: es werden max. 200 ml Blut entnommen
•     Der Aderlass nach Hildegard von Bingen: Blutauslass bis zur Farbänderung von dunkel zu hell, kombiniert mit Vorschlägen zur Ernährung und Lebensweise
•     Japanischer Mikroaderlass: Feines punktuelles Öffnen der Besenreißer mit einer Blutlanzette 

•     Blutegel: ein Mikroaderlass mit zusätzlichen Stoffen aus dem Speichel der Tiere: entzündungshemmend, blutverflüssigend, lymphatisch anregend


Ein Aderlasspatient könnte so sein:

•     vollblütig-plethorisch, adipös und hat eine ausgeprägte Risikokonstellation. Er befindet sich im "Füllezustand" und hat einen Blutüberschuß.
•     Klassisches Alter: 40-65 Jahre
•     Blaurote Ohren, rote Nasen, dick gefüllteVenen der Beine,Hämorrhoiden, rote oder dunkelblaue Verfärbungen der Haut, Rötung größerer Hautpartien, Hitzegefühl usw.

Kontraindikation:

•       niedriger Blutdruck
•       Blutarmut
•       Schwäche
•       Akute systemische entzündliche Erkrankungen
•       Große Schwäche

Warum Aderlass und nicht Blutspende?

Aderlass ist nicht zu verwechseln mit Blutspenden oder einfacher Blutentnahme. Es gilt, den richtigen Zeitpunkt (Mondphasen) zu wählen sowie die geeignete Ausleitstelle. Außerdem muss das Blut aus der Vene frei fließen. Blutentnahmen werden meist durch Vakuumflaschen mit Unterdruck durchgeführt.

 

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