Die Akupunktur reiht sich in eine ganze Gruppe von Therapien der Traditionellen Chinesischen Medizin, mit einem Alter von mehr als 5000 Jahren, ein. Während sie in ihrem Ursprungsland gleichwertig zu Ernährung nach den 5 Elementen, Pflanzenheilkunde, Bewegung und Massage (Tui-Na) betrachtet wird, nimmt sie aus Sicht unseres Kulturkreises eine herausragende Stellung unter den genannten Heilmethoden ein.
Sehr sensible Menschen in China (1-2%) waren über die vielen Jahrhunderte in der Lage, den oberflächlichen Bahnverlauf der Meridiane, ihre Verknüpfungen zu inneren Organen, Punkte außerhalb der Linien usw. zu beschreiben. Darauf aufbauend entstand ein Heilkonzept, welches sich durch reine Phänomenologie auszeichnet. Alle Beobachtungen um den Menschen (Klimaeinflüsse, seelische Leiden, berufliche Tätigkeiten, Ernährung, Schlaf...) flossen ein und ergaben ein komplexes System von gegenseitigen Einwirkungen, Unterstützungen, Hemmnissen.
Dieser Komplexität beschreibend Rechnung zu tragen ist an dieser Stelle nicht möglich, auch finden sich anderenorts umfangreiche Abhandlungen.
Wichtig zu wissen:
Die Diagnose
Vor jeder Behandlung steht eine Diagnose der Zunge und des Pulses, um die Behandlung dem aktuellen Stand der Beschwerden anpassen zu können. Dies unterscheidet einen guten von einem weniger guten Akupunkteur. Wiederholte gleiche Nadelkonzepte haben nicht die Wirksamkeit gezielter Akupunktur!
Grundsätzlich arbeitet die Akupunktur mit Heilreizen, die selbstregulatorisch eingesetzt werden. Dabei werden Leere- und Füllezustände, äußeres und inneres Befinden und vieles mehr beachtet.
Klassische Körperakupunktur
Sie beinhaltet die Akupunktur von Punkten des so genannten Meridian-Systems an der Oberfläche des Körpers wie auch Punkte außerhalb der Meridiane. Neben den unzähligen Einsatzgebieten machen wir vor allem in folgenden Indikationen sehr gute Erfahrungen:
Akupunktur der Mikrosysteme
Unter Mikrosystem versteht man Körperregionen, die die Gesamtheit des Körpers repräsentieren und damit ideal als Behandlungsgrundlage dienen. Solche Mikrosysteme stellen Ohr (nach Nogier), Kopf und Gesicht (nach Yamamoto), Hand (Echivo-Akupunktur) und Fuß dar.
Jeder Schmerzpunkt im Mikrosystem steht für Blockaden im Körper und kann reflektorisch genutzt werden, um heilenden Einfluss auszuüben.
Akupunktur in Mikrosystemen lässt sich jederzeit durch andere Therapien wie Körperakupunktur oder Dorn - und Breuss - Therapie u.v.m., ergänzen. Aus unserem Erfahrungsschatz nehmen wir durch das Kombinieren dieser Behandlungsmöglichkeiten guten Einfluss auf die Organsysteme, auf die nervliche Gesamtsteuerung (Vegetativum) und im Grunde auf die meisten Beschwerdebilder.
Am Ohr lässt sich die Therapiebehandlungen durch pflasterfixierte Dauernadeln oder Magnetkügelchen sehr gut weiterführen. Der Patient hat hierbei die Aufgabe, über einen Zeitraum von 6-10 Tagen die markierten Punkte selbst zu stimulieren.
Akupunktur und Injektion
Die Kenntnis der einzelnen Punkte und ihre Wirkrichtung lassen sich mit Injektionspräparaten zu einer Behandlungseinheit zusammenführen. Diese Form wird als Homöosiniatrie bezeichnet. So wird nicht nur der einzelne Punkt durch die Nadel stimuliert, er erhält gezielt Handlungsanweisungen durch ausgewählte Komplexhomöopathika.
Behandlungsabfolge
Die Akupunkturbehandlung im akuten Fall (SHI-Typ) ist sinnvoll bei einer engmaschigen Behandlungsfolge von 1 - 2 Mal wöchentlich, bzw. 8-10 Sitzungen mit hoher Behandlungsintensität, deren Wiederholungen in zunehmend größeren Abständen zur Stabilisierung des Organismus führt. Die akute Dynamik der Erkrankung wird direkt zur Selbstregulation genutzt.
Die Akupunkturbehandlung im chronischen Fall (XU-Typ) gestaltet sich mit kleineren Reizen in größeren Abständen (Behandlung alle 2 Wochen) und mit längerer Kontinuität. Hier ist das Ziel aus der Regulationsstarre herauszuführen. Meist muss wiederholt behandelt werden, da die Rückfallneigung (Rezidive) hoch ist.
Angst vor der Nadel?
Wir arbeiten auch mit Laser, Moxa oder Akupressur! Dies benötigt allerdings mehr Zeit.
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