Harndiagnostik nach Brauner

Geschichte

Um das Innere eines Menschen zu begutachten, war die Schau von Urin und Stuhl seit jeher eine der wichtigsten Möglichkeiten.  Der Urin wurde als Untersuchungsmaterial von Badern, Ärzten und Apothekern, in der indischen wie tibetischen Medizin noch heute, hoch geschätzt und genauestens untersucht. Mit allen Sinnen wurde er entdeckt -  gerochen, angeschaut, die Menge und Konsistenz erfühlt, geschüttelt, geschwenkt und natürlich auch auf seinen Geschmack geprüft.
Das kurze Lecken sagte für den Heilkundigen oft mehr aus, als jede benannte Symptomatik, die der Erkrankte angab. Einige Krankheiten kamen so zu ihren Namen wie z. B. der Diabetes, der früher als „süßer Fluss“ bezeichnet wurde.
Unbewusst kontrolliert man selbst heute noch durch einen kurzen Blick die eigene Toilette Das ist zu erhaltene Angewohnheit, da sich im Urin und Stuhl grundsätzlich die ersten Stoffwechselveränderungen andeuten können. Bedauerlicherweise wird diese einfache Kontrolle durch den Einbau von Tiefspüler verhindert.

Die Harnschau heute

Die Umsetzung in der Praxis sieht heute anders aus. Im Labor wird der zu untersuchende Urin in Reagenzgläser gefüllt, mit verschiedenen Chemikalienmischungen versetzt, kalt und verkocht bewertet. Der zusätzliche Einsatz von Teststreifen gibt dazu noch Hinweise auf sauren, basischen oder zuckerhaltigen Urin, Blut, Bakterien, Stoffwechselprodukten u.v.m. Was dem Heilkundigen bleibt ist die Beobachtung von Geruch, Farbe und eventueller Schaumbildung.

Was wird bewertet?

Der Urin ist von der Niere gefiltertes Blut, welches angereichert wird mit harnpflichtigen Substanzen. In ihm befinden sich u. a. alle sogenannten Metaboliten des Stoffwechsels d.h. Stoffwechselendprodukte, die der Körper ausscheiden muss. Diese Metaboliten gehen, während der Laboruntersuchung, mit den zugeführten Chemikalien Verbindungen ein und zeigen sich dann in Farbveränderungen, Ausfällungen, Blasenbildung und v. a. m.

Warum Urin- und nicht Blutuntersuchung?

Veränderte Laborwerte des Blutes stehen nach Vorstellung der Naturheilkunde für nachweisbare organische und zelluläre Veränderung. Einer der Grundpfeiler der Naturheilkunde ist aber die Prävention, welche regulierend und steuernd in Funktionsabläufe eingreift, bevor überhaupt ein Organ mit Veränderung auf Zellebene reagiert.
Die Urindiagnose bietet uns die Möglichkeit, weit vor organischen Schäden, zu erkennen, dass Handlungsbedarf besteht. In Kombination mit der Irisdiagnose können organische und strukturelle Schwachstellen schon Jahre zuvor erkannt werden und durch sanfte Begleittherapie und Lebensschulung vorgebeugt werden, denn das höchste Gut ist es gesund älter zu werden! Mit der Harnschau sind mangelhafte physiologische Prozesse darstellbar.

Wie prägnant die unterschiedlichen Aussagen beider Untersuchungsmethoden sind, zeigt das folgende Beispiel:

Ein junger Mann, 24 Jahre, kommt wegen seiner chronischen Schmerzen in die Praxis. Seine Schmerzen sind so stark, dass er über mehrere Monate hohe Gaben von Schmerzmitteln einnimmt. Wir entnahmen Blut zur Laboruntersuchung, welche zeigte, dass alle Leberwerte im Normalbereich waren, im Urin hingegen zeigte sich eine deutliche Leberbelastung. Begleitend zur Schmerztherapie wurde mit einer Lebertherapie und einer Ernährungsumstellung begonnen.

Wann setzen wir die Urinuntersuchung ein?

  • Prophylaxe
  • Basisdiagnose und Verlaufskontrolle
  • Ursachenforschung

Welche Aussagen kann die Urinuntersuchung machen?

Die Harndiagnose zeigt in unterschiedlichen Organbereichen Krankheitstendenzen an. Auszugsweise folgende Auflistung:

  • Niere/Nebenniere à gestörter Säure-Basen-Haushalt, Entzündungen, Steine, Nebennierenhormonschwäche
  • Magen/Darm-Lymphe/Darmschleimhaut à Fettstoffwechselstörungen, Ernährungsfehler, Bakterien im Darm, Kohlenhydrat- oder Eiweißstoffwechselstörungen
  • Herz-Kreislauf à Bluthochdruck oder zu niedriger Blutdruck, Durchblutungsstörungen, Pfortaderstau
  • Pankreas à Bauchspeicheldrüsenschwäche, Diabetes
  • Leber/Galle à Leberbelastungen in jeder Hinsicht (Alkohol, Medikamente, oder durch Fasten), Leberstörungen,  verminderter Gallefluss evtl. Steine

Wann ist eine Harndiagnose sinnvoll?

Neben den voran bereits angegebenen Punkten v.a. bei

  • Chronischen Schleimhautkatarrhen im HNO-Bereich, Bronchien, Lungen, Verdauungstrakt
  • Verdauungsprobleme und Stoffwechselstörungen
  • Rheuma, Gicht, Arthritis, Arthrose
  • Chronischen Schmerzen
  • Patienten mit langer Einnahme von Medikamenten

Was ist zu beachten?

Bei der Arbeit mit Urin ist es wichtig für Frische  und schnelle Verarbeitung zu sorgen. In ein sauberes Glas wird der erste Urin des Tages (mindestens 20 ml), der sogenannte Nüchternurin, gegeben und direkt zur schnellen Weiterverarbeitung in die Praxis gebracht. Im Nüchternurin befinden sich alle Informationen (angesammelte Ausscheidungsprodukte) der Nacht in ihrer höchsten Konzentration. Der Urin sollte nicht älter als 3 Stunden sein, da Urin in Verbindung mit Sauerstoff mit Farb- und Geruchsveränderungen reagieren kann. Zusätzlich muss man beachten, dass das verwendete Glas frei von jeglichen Spülmitteln, Chemikalien oder Nahrungsresten ist. Auch das könnte die Aussage der Urinschau beeinflussen.

Kosten

  • 25,- € berechnen wir Ihnen bei vorangegangenen  Gesprächen und im Laufe einer Behandlung.

  • 40,- € bezahlen Sie als einzelne Leistung zur Präventivuntersuchung, inklusive der anfallenden Laborkosten und des Auswertungsgespräches von ca. 30 Minuten. Aus dem jeweiligen Ergebnis der Untersuchung entwickeln wir zusätzlich für Sie Ihr „Rezept aus dem Urin“ mit Empfehlungen zur weiteren Lebensweise.

Wo kann ich mich hinwenden?

Falls Sie Interesse bekommen haben, Ihren Urin auf Leib und Seele untersuchen zu lassen, können Sie sich gerne bei uns in der Praxis melden 0351 – 312 86 68 melden.

 

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